Einstellung zum Risiko (Teil 2)

Nachdem ich mir im ersten Teil dieses Artikels Gedanken über ein Zitat von André Kostolany gemacht hatte, stelle ich hier eigene Gedanken zum Thema „Risiko“ vor. Ich halte mich dabei an Aspekte von Risiken, die besonders für die eigene Meinungsbildung wichtig sind. Die Gedanken in diesem Text können sich als besonders nützlich erweisen, wenn man sich eine eigene Anlage-Strategie entwickelt.

Ich beginne mit der Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, Risiken einzugehen.

Wie sinnvoll sind Risiken?

Das Eingehen von Risiken ist meiner Meinung nach immer dann sinnvoll, wenn man…

  • einen möglichen Verlust verkraften könnte.
  • sich einen angemessenen Vorteil verspricht.

Bezogen auf die Börse bedeutet der erste Punkt, dass man nur mit Geld traden sollte, was man übrig hat bzw. auf das man zur Not verzichten kann.

Unnötige Risiken vermeiden: Mit dem zweiten Punkt meine ich, dass Risiken keinen Sinn machen, wenn der Gewinn im Erfolgsfall nicht entsprechend hoch ist. Anders ausgedrückt: Wenn das Risiko im Verhältnis zur Gewinnaussicht unverhältnismäßig hoch ist, dann geht man das Risiko besser nicht ein.

Stehen einem Risiko gute Gewinnaussichten gegenüber und man könnte einen Verlust verkraften, dann macht es normalerweise auch Sinn, das Risiko einzugehen. Natürlich vorausgesetzt, dass man keine vielversprechendere Investitionsalternative hat.

Wenn man sich entschieden hat, bestimmte Risiken einzugehen, sollte man weiterhin überlegen, ob man diese verringern kann.

Risiken verringern

Um sein Risiko an der Börse gering zu halten, gibt es folgende Möglichkeiten.

Zocken vermeiden

Regel Nummer 1 für Anfänger an der Börse lautet:

  1. Vermeide es zu zocken bzw. Dinge zu tun, von denen du keine Ahnung hast.

Wer beispielsweise ohne viel zu wissen Trading-Software einsetzt und diese auf Autopilot mit seinem Geld handeln lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er irgendwann Verluste macht. Genauso sinnlos ist es, ohne Strategie irgendwelche Aktien zu kaufen, die man von anderen Leuten empfohlen bekommen hat, aber selbst nicht beurteilen kann.

Selbst wenn es kurzfristig hohe Gewinne versprechen kann, sollte man die Finger von Dingen an der Börse lassen, die man selbst nicht einschätzen kann.

Risiko mindern durch Wissen

Eine der günstigsten und gleichzeitig lohnenswertesten Möglichkeiten der Risikominderung an der Börse ist der Aufbau von solidem Grundwissen. Weil Zeit Geld ist und der Aufbau von Wissen Zeit kostet, mindert der Wissensaufbau ganzheitlich gesehen natürlich auch die Rendite, die man später ggf. haben wird aufgrund seines Wissens.

Tipp: Wer sich gründlich in den Handel mit Aktien einarbeitet, kann während diese Einarbeitungsphase Geld sparen. Wenn man sich dieses ersparte Geld nicht anderweitig verplant, wächst mit der Zeit sowohl das eigene Börsen-Wissen als auch dieser Geldbetrag, den man später an der Börse investieren kann.

Risikostreuung

Eine weitere Möglichkeit Risiko zu minimieren ist die Verteilung bzw. das Streuen von Risiko. Man setzt dabei nicht all sein Geld auf eine Aktie, sondern investiert kleinere Beträge in verschiedene Aktien. Einzelne Verluste werden dabei viel eher von den Gewinnen der anderen Investitionen aufgefangen. Wer generell erfolgreich beim Börsenhandel ist, wird durch Risikostreuung unterm Strich profitabel sein.

Für den Fall, dass sich auch der Aktienmarkt als gesamter negativ entwickeln kann, kann man Teile seines Kaptials in andere Geldanlagen wie etwa Immobilien, Gold oder verzinsliche Geldanlagen investieren. So erreicht man eine noch ganzheitlichere Risikostreuung.

Ein Kommentar zu “Einstellung zum Risiko (Teil 2)

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